Homöopathie in Berlin
 

Die Arzneieinnahme

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die homöopathische Arznei einzunehmen. Die Form der Ein­nahme liegt nicht nur an der Konstitution des Erkrankten, sondern auch an der, vom Homöopathen gewählten Potenz und Arbeitsweise.

In Deutschland wird meistens mit den D – Potenzen (Verdünnung 1:10), C-Potenzen (Verdünnung 1: 100) sowie den LM- Potenzen (1: 50.000) gearbeitet. Dabei gibt es verschiedene Thesen über die Anwendungen, deren Erläuterung den hiesigen Rahmen sprengen würde. Wichtig ist, dass die Arzneien nie über einen längeren Zeitraum ohne therapeutischen Rat eingenommen werden sollten. Dies gilt auch für die homöopathische Notfallapotheke oder die homöopathische Selbstmedikation.

Sollten Sie Beschwerden haben, die durch ihre Selbstmedikation nicht vergehen, müssen Sie sich an einen Arzt oder Heilpraktiker wenden. Befindet sich ein Patient in konstitutioneller Behandlung kann eine eigenmächtige Mittelgabe den Heilungsverlauf blockieren oder gar zum Stillstand bringen. Ein persönliches Gespräch mit dem Homöopathen ist hierbei immer zu empfehlen.

Haben Sie nun ein homöopathisches Arzneimittel von ihrem Behandler/ihrer Behandlerin erhalten, nehmen sie dieses nach Anweisung. Meistens werden 3–5 Globuli der angegebenen Potenz (C30 oder C200 oder andere) im nüchternen Zustand, morgens gelutscht.
Spüren Sie nach 24 Stunden keine Veränderung löst man wiederum 3-5 Globuli derselben Potenz in einem Glas Wasser auf und nimmt einen bis mehrere Schluck davon ein. Dazu und zum Umrühren werden vorzugsweise Plastiklöffel benutzt.   (Bild: Silicea)

Besonders älteren Menschen, Kindern oder chronisch Kranken werden LM Potenzen verschrieben, da sie durch ihre hohe Verdünnung noch sanfter und nebenwirkungsärmer heilen sollen. Diese Potenzen können öfter eingenommen werden.

Die Arzneireaktion

Es gibt die Möglichkeit, dass nach Einnahme der Arznei sofort eine Heilreaktion beginnt, ohne dass es vorher zu einer Verschlechterung der Symptome kommt. Oder aber der Kranke erfährt eine provozierende Reizung der ihm bekannten Symptome. Diese Reaktion ist wunderbar, denn nach einer akuten Heftigkeit ist eine Besserung der chronischen Beschwerden zu erwarten.
Diese „Akut­symptome“ verschwinden in den meisten Fällen innerhalb von 24 - 72 Stunden wieder. In Einzelfällen kann solch eine Erstverschlimmerung auch über eine Woche andauern. Danach folgt die zweite Reaktion, die Heilreaktion. Folgende Kriterien weisen auf eine Besserung der Symptome hin:

  • die Symptome, (die zur Arzneiwahl führten) klingen ab
  • die natürlichen Erholungsfähigkeiten (wie Schlaf,  Durst, Schweiß, gesunde Ernährung…) setzen wieder ein
  • die Lebenskraft, also das subjektive Energiegefühl nimmt zu (vorher war die Energie an die Krankheitssymptome gebunden)
  • die Krankheit löst sich nach der Hering- Regel (umgekehrte Richtung ist falsch!)
    1. von innen nach außen (von Zentrum, Nervensystem, Vollorgan zum Hohlorgan zu Schleimhaut/ Haut zur Oberfläche)
    2. von oben nach unten (vom Kopf zu Hand oder Fuß, zur Peripherie)
    3. die Symptome von Vorerkrankungen erscheinen in umgekehrter Reihenfolge (die letzte Erkrankung kommt zuerst wieder, danach die, die davor war)

Behandlungsverlauf

Die meisten Patienten/innen kommen mit Erkrankungen und Beschwerden, die nicht leicht zugänglich sind und schon lange bestehen. Häufige Krankheitsbilder sind Hautausschläge, oft schon bei Babys, Kopfschmerzen und Migräne, Asthma, chronische (z.B. Colitis ulcerosa, M. Crohn u.a.) oder auch akute Darmerkrankungen sowie viele  verschiedene Beschwerdebilder, die sich nicht klinisch ein­ordnen lassen. Häufig kommen Patienten/innen auch wegen Gemütsstörungen, wie Angstzuständen, Stressproblemen und nervlicher Schwäche oder wegen Schlaflosigkeit. Dahinter können sich alle möglichen Erlebnisse oder Traumen verbergen die dann zur Erkrankung führten.

Häufig sind schon viele Ärzte konsultiert worden, die meisten Krankheiten sind schulmedizinisch austherapiert, das heißt, dass das Cortison z.B. nicht mehr anschlägt oder die Schmerztabletten nicht mehr helfen.

Nach der „Erstanamnese“ erhält der Patient/Patientin eine homöopathische Arznei, die er nach Anweisung einnehmen sollte. Ca. eine Woche nach deren Ersteinnahme telefonieren Behandler/in und Patient/Patientin, um einen eventuelle Erstreaktion abschätzen zu können. 6-8 Wochen später kommt der Patient/Patientin erneut in die Praxis, um einen Heilungsverlauf beurteilen zu können (Follow up). Dabei stellt sich heraus, ob und wie schnell das Arzneimittel helfen konnte, ob ein neues Mittel gesucht, oder das Alte wiederholt werden muss.
(Foto: Taschenapotheke Hahnemanns in Buchform)

Im Durchschnitt kommt es bei ca. einem Drittel der Fälle zu einer deutlichen Besserung des Zustandes. Weitere 30 – 40 Prozent zeigen zwar eine Reaktion auf das Arzneimittel, jedoch muss im Laufe des Folgegespräches überprüft werden, ob diese Reaktion der Heilungsprozess ist, oder nicht. Hierbei muss der Therapeut sich an bestimmte Heilungsregeln halten, die, wenn sie in umgekehrter Reihenfolge auftreten, ein Zeichen sind, dass die Arznei nicht richtig gewählt wurde. Einige Patienten kommen gar nicht zum Zweitgespräch, weil sie entweder den Therapeuten unsympathisch fanden, sie sich nicht ausreichend betreut fühlten oder wurden, oder das Arzneimittel falsch gewählt war und dadurch gar nicht geholfen hat. Oder auch weil es ihnen so gut ging, dass sie den Termin regelrecht vergessen haben. Zusammenfassend kann man also sagen, dass es durchaus möglich ist, das ein Homöopath länger braucht, um das passende  homöopathische Mittel zu finden. Doch oft bewirken die Arzneien eine Linderung der Beschwerden und die meisten Patienten sind Geduldig, weil ihre Störungen schon seit Jahren schulmedizinisch nicht mehr gebessert wurden.

Je nach Erkrankung und das Krankheitsverständnis des Therapeuten müssen die Patienten drei Mal oder öfter zur „Sprechstunde“ kommen. Bei schweren Erkrankungen kommen die Patienten Jahre lang, wobei in der Regel die Abstände zwischen den Konsultationen immer größer werden. Wenn eine Behandlung gut "läuft", kommen die Patienten in Akutsituationen (z.B. Grippe) mit ihrem Konstitutionsmittel  aus. Es kann jedoch auch ein anderes homöopathisches  Akutmittel angezeigt sein.

 
 
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