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Die Geburt der Homöopathie

Samuel Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie. Er war Arzt und klassischer Universalgelehrter. Er sprach mehrere Sprachen, er übersetzte und korrigierte Chemiebücher und Arzneimittellehren.

Am 10. April 1755, wurde er als Sohn eines Porzellanmalers in armen Verhältnissen in Meißen geboren. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten besuchte Hahnemann 1770 eine höhere Schule. Gefördert wurde er von einem Magister, der ihm sogar erlaubte, nur den Unterricht zu besuchen, der ihm Neues böte. 1775 trat er in die Universität Leipzig ein, was ihm nur durch die Gunst eines Arztes möglich war, der sich dafür einsetzte Hahnemann die Studiengelder wegen seiner Fähigkeiten zu erlassen. Mehr recht als schlecht absolvierte er in Leipzig sein Studium „zur praktischen Arzneikunde“.

(Bild: Hahnemann in Paris 1841 - 2 Jahre vor seinem Tod)


Unzufrieden wechselte er zwei Jahre später nach Wien und fand dort wieder einen Gönner. Diesmal war es der berühmteste Arzt Wiens, Dr. Joseph von Quarin, der kaiserliche Leibarzt. 1777 eröffnete Hahnemann in Hermannstadt seine Praxis und begann seine Tätigkeit als Arzt. Wieder sehr unzufrieden mit den ständig wechselnden oder sich widersprechenden Lehrmeinungen der damaligen Ärzteschaft stellte er seine Praxistätigkeit vollständig ein und widmete sich nur noch der Übersetzung und der Chemie.


Eines Tages übersetzte Hahnemann die Arzneimittellehre des schottischen Arztes Cullen. Cullen behauptete, das die positive Wirkung der Chinarinde bei Wechselfieber mit der magenstärkenden Wirkung dieser Droge zusammen hinge. Hahnemann wiederum dachte wohl, das verstehe wer will, aber was hat um alles in der Welt eine magenstärkende Wirkung mit Wechselfieber zu tun? Hahnemann konnte sich nicht mit Halbheiten zufrieden geben. Sein ureigener Wunsch nach einem Naturgesetz, nach welchem man die Wirkung einer Arznei genau festlegen konnte wurde wieder laut. In die Medizin musste Eindeutigkeit hinein. Sie sollte geprägt sein von Naturgesetzen und nicht von windigen Meinungen. Es musste doch einen Versuch geben, der einem deutlich und wiederholbar zeigte, welche Heilkraft zum Beispiel in der Chinarinde steckt, wann sie zu helfen vermag und wann nicht. Hahnemann hatte schon viele Erfahrungen bei der Behandlung von Wechselfieber mit Chinarinde gemacht. Er wusste, dass sie mal half und mal nicht, je nach dem, wie das Fieber im Einzelnen aussah. Was genau sich Hahnemann damals dachte, wissen wir natürlich nicht genau. Dass sie einen kranken Menschen gesund machen kann, wusste er aus Erfahrung, doch er stellte sich wohl die Frage, was eigentlich passierte, wenn ein gesunder Mensch, wie er, die Chinarinde zu sich nimmt. Und irgendwann wagte er den entscheidenden Versuch.

Durchdrungen vom Forschergeist, war Hahnemann sehr experimentierfreudig und begann sich einen Aufguss der Chinarinde einzuverleiben. Schluck für Schluck, über Tage hinweg vergiftete er sich kontrolliert im wissenschaftlichen Selbstversuch. Was passierte? Er wurde krank, aber nicht irgendwie krank. Er entwickelte Fieber, eine Art Wechselfieber, wie er es kannte und mit Chinarinde erfolgreich behandelt hatte. Nun musste seine Familie und Bekannte herhalten. Alle hatten ähnliche Vergiftungserscheinungen. Setzte man den Aufguss ab, so verschwanden die Krankheitszeichen wieder.

Hahnemann erkannte durch seinen Selbstversuch, dass Arzneien Krankheiten heilen können, und dass diese Arzneien beim Gesunden Krankheiten hervorrufen können, die denen ähneln, die sie eigentlich heilen sollten. Damit formulierte er ein Naturgesetz: Ähnliches heilt Ähnliches.



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